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Fallstudie | Verbesserte Hormondetektion mit Niobdraht-Mikroelektroden

Carli Goodfellow

Von Advent geliefertes Niobdraht wurde als Kernleiter in Dünnschicht-Mikroelektroden eingesetzt, die entwickelt wurden, um die elektrochemische Detektion in der neurowissenschaftlichen Forschung zu verbessern. Die Studie berichtet stärkere Detektionssignale für Tryptophan, Tyrosin und das Peptidhormon GnRH, einschliesslich Messungen in Maus-Hirngewebe, und zeigt einen praktikablen Weg, leistungsfähige Mikroelektroden für die Laborforschung herzustellen.

Das Messen schneller chemischer Signale im Hirngewebe ist ein wichtiger Teil der Neurochemie, besonders wenn die Zielstoffe Peptide oder andere Biomoleküle in sehr niedriger Konzentration sind.

In ACS Measurement Science Au berichten Forschende aus dem Department of Chemistry der University of Virginia, in Zusammenarbeit mit dem Center for Nanophase Materials Sciences (CNMS) des Oak Ridge National Laboratory, über eine Dünnschicht-Kohlenstoff-Mikroelektrode. Sie wird hergestellt, indem Parylen-N auf einen geätzten Niobdraht-Kern aufgebracht und anschliessend wärmebehandelt wird, sodass eine leitfähige Kohlenstoffoberfläche entsteht.

Wissenschaft einfach erklärt

Dein Gehirn nutzt Chemikalien, um Signale zu senden.

Manche sind kleine Moleküle. Andere sind Peptide, also kurze Ketten aus Aminosäuren.

Um diese Signale zu untersuchen, verwenden Forschende winzige Sonden, sogenannte Mikroelektroden, die Chemikalien über ihr elektrisches Verhalten „auslesen“ können.

In dieser Studie hat das Team einen neuen Typ Mikroelektrode gebaut, der darauf ausgelegt ist:

ein stärkeres Signal für wichtige Zielstoffe zu erzeugen

in echtem Hirngewebe gut zu funktionieren

die Spitze sehr klein zu halten, damit sie präzise platziert werden kann

Was die Forschenden erreichen wollten

Kohlenstofffaser-Mikroelektroden werden häufig für die Fast-Scan-Cyclic-Voltammetry (FSCV) eingesetzt. Das Team wollte prüfen, ob eine dünne Kohlenstoffschicht aus pyrolysiertem Parylen-N die Empfindlichkeit erhöhen und klarere elektrochemische Signaturen liefern kann.

Sie testeten die neuen Elektroden mit:

  • Tryptophan
  • Tyrosin
  • Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), einem Peptid, das Tryptophan und Tyrosin enthält

Material von Advent Research Materials

Advent Research Materials lieferte Niobdraht (50 µm Durchmesser).

Der Niobdraht diente als innerer Leiter, auf dem die Kohlenstoff-Sensorschicht aufgebaut wird.

Kurz zusammengefasst hat das Team:

  • den Niobdraht elektrochemisch zu einer feinen Spitze geätzt
  • ihn mit Parylen-N beschichtet
  • die Beschichtung wärmebehandelt, um sie an der Spitze in einen Kohlenstofffilm umzuwandeln
  • die Elektrode isoliert, sodass nur die Arbeitsspitze freiliegt
  • Die Publikation sagt klar: Niob ist hier ein isolierter Stromsammler. Das elektrochemische Signal stammt vom pyrolysierten Parylen-N-Kohlenstofffilm, nicht von blankem Niob.

Was an den Ergebnissen auffiel

Die Ergebnisse deuten auf einen praxisnahen Elektrodenaufbau hin, der die Signalstärke sowohl für Aminosäuren als auch für ein Peptid-Ziel verbessern kann.

Wichtige Punkte aus der Arbeit sind:

  • höhere Empfindlichkeit als Kohlenstofffaser-Elektroden unter FSCV, wobei das Abstract insgesamt von etwa vierfach höheren Signalamplituden berichtet
  • eine poröse, nanostrukturierte Oberfläche im SEM, die mit adsorptionsgetriebenem Verhalten und stärkeren Signalen in Verbindung gebracht wird
  • erfolgreiche Detektion von GnRH in Maus-Hirngewebeschnitten, einschliesslich spontaner Freisetzungsereignisse in der Median Eminence

Für Labore, die mit Neuropeptiden arbeiten, ist diese Gewebe-Validierung besonders wichtig, weil sie zeigt, dass der Ansatz auch ausserhalb von Puffertests funktioniert.

Praktische Relevanz für Labore

Wenn du elektrochemische Werkzeuge für die Hirnforschung entwickelst, sind drei Punkte besonders interessant:

  • Empfindlichkeit: Stärkere Signale helfen, wenn der Zielstoff nur in sehr niedriger Menge vorhanden ist.
  • Geometrie und Zielgenauigkeit: Die Arbeit berichtet einen deutlich kleineren Elektroden-Durchmesser als bei typischen Kohlenstofffasern, was eine präzisere Platzierung unterstützen kann.
  • Herstellung: Parylen kann als gleichmässige Schicht abgeschieden und dann in einen Kohlenstofffilm umgewandelt werden. Das kann für Teams interessant sein, die neue Elektrodengeometrien testen.

Weiterführende Lektüre

Lies die vollständige Studie online 

Eyimegwu, F. et al. “Pyrolyzed Parylene Electrodes for Detection of Tryptophan, Tyrosine, and Gonadotropin-Releasing Hormone.” ACS Measurement Science Au. DOI: 10.1021/acsmeasuresciau.5c00165

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